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Zusammenhalt

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Ob bei der Integration von Flüchtlingen, dem Kontakt zwischen Jung und Alt oder ehrenamtlicher Vereinsarbeit - engagierte Menschen sorgen dafür, dass unser Zusammenleben gelingt.

Menschen wie Christiane Lettow-Berger, Jan Constantin Backes und Vivian Doumpa: Sie helfen Flüchtlingen in Deutschland anzukommen, leiten in der Freizeit einen Verein und beziehen Anwohner bei der Neugestaltung ihrer Umgebung ein.

In dieser Multimedia-Reportage stellen wir Ihnen diese Menschen vor und zeigen, wie und warum sie ihr Umfeld bereichern.

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Der 29-jährige Tänzer führt nicht nur seine Tanzpartnerin sicher übers Parkett, sondern hält als Vorstandvorsitzender des Tanzsportclubs Ems-Casino Blau-Gold Greven auch den ganzen Verein am Laufen.

"Der Verein liegt mir am Herzen, ich kenne die meisten Mitglieder sowie alle Trainer, und es gibt Dinge, die ich vielleicht verbessern kann", sagt Backes.

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Egal ob Tanz-, Fußball-, oder Karnevalsverein - hier kommen Menschen mit ähnlichen Interessen und gemeinsamen Zielen zusammen. Das schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit.

Statistisch gesehen gibt es in Deutschland etwa so viele Vereinsmitgliedschaften wie Einwohner. Fast 80 Prozent der rund 580.000 Vereine in Deutschland werden ausschließlich von freiwilligem Engagement getragen. Aber es wird immer schwieriger, ehrenamtliche Vorstandsposten zu besetzen.

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Backes entschied sich vor vier Jahren, die Verantwortung als Vorstandsvorsitzender zu übernehmen. Und das obwohl er viel zu tun hat. Er studiert Jura und steht kurz vor seinem zweiten Staatsexamen. Für die Vereinsarbeit findet er trotzdem Zeit:

Zwei bis vier Stunden in der Woche kümmert er sich um Dinge wie Saalbelegung, Öffentlichkeitsarbeit und Absprachen mit den Übungsleitern.

Tanzturniere eröffnen, Medaillen überreichen - das gehört zu seinen schönen Momenten als Kopf des Vereins. Schwierig war es für Backes, als er eine Trainerin entlassen musste, weil die Mitglieder mit ihrer Arbeit nicht zufrieden waren.

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Mit dem Programm "Engagement braucht Leadership" möchte die Robert Bosch Stiftung Vereine bei der Gewinnung und Qualifizierung von ehrenamtlichen Vorständen unterstützen. In den Workshops geht es um Kommunikation, Konfliktmanagement oder Strategien zur Nachfolgesuche.

Jan Backes hat bereits an mehreren Veranstaltungen teilgenommen. Besonders interessiert hat ihn das Thema Vereinsrecht. Er wundert sich, dass nicht mehr junge Menschen in den Vorstand von Vereinen streben. "Hier kann man unheimlich gute Erfahrungen für das Berufsleben sammeln - ohne den ganz großen Druck."

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Der 74-jährige Peter Eyerer hat sein Berufsleben schon hinter sich. Aber für ihn war klar, dass er sich im Ruhestand nicht zur Ruhe setzt.

Seit acht Jahren gehört jeder Samstag seinem Herzensprojekt, der Offenen Jugendwerkstatt in Karlsruhe.

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In der Mehrgenerationenwerkstatt geben Ältere ihr technisches und handwerkliches Wissen an Kinder und Jugendliche weiter.

"Zu sehen, dass man gebraucht wird, ist fantastisch", sagt Eyerer, ehemaliger Professor und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie.

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Dieses Gefühl kennen auch die anderen Senioren in der Werkstatt, wie Dörthe Krause.

Die 65-Jährige leitet die Schmuckwerkstatt, in die überwiegend Mädchen kommen. Vor allem möchte sie, dass die Mädchen lernen, Probleme selbst zu lösen und auch dann weiterzumachen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.

Von der Gemeinschaft profitieren Jung wie Alt. "Die Kinder geben uns sehr viel zurück. Ob das nun strahlende Augen sind oder die Freude darüber, dass es zu Hause Lob für die Arbeit gab", sagt Krause.

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Die gegenseitige Wertschätzung ist Krause wichtig: "Ich arbeite wahnsinnig gerne mit Jugendlichen", sagt sie. Schon als junge Frau war sie Jugendleiterin.

2013 war die Offene Jugendwerkstatt zweiter Preisträger des Deutschen Alterspreises der Robert Bosch Stiftung. Der Preis ehrt Initiativen und Personen, die erlebbar machen, welches Potenzial im demografischen Wandel steckt.

Preisträger wie die Offene Jugendwerkstatt zeigen, dass der Kontakt zwischen den Generationen das Zusammenleben in unserer Gesellschaft bereichert.

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Das Zusammenleben bereichern möchte auch Christiane Lettow-Berger. Die 64-jährige Buchhändlerin kümmert sich um Flüchtlinge in ihrer Heimat Kelheim, organisiert für sie Unterkünfte, unterstützt bei Asylanträgen oder kümmert sich um Sprachkurse.

Ihr Laden ist die inoffizielle Flüchtlingszentrale der 15.000-Einwohner-Stadt.

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Wenn man sich für Asylbewerber einsetze, sagt Lettow-Berger, seien sie nicht mehr bloß Nachrichten. "Dann bekommt jeder Flüchtling ein Gesicht wie du und ich."

Aus den vielen Namen auf den Listen vom Landratsamt sind Freunde geworden.

Ein junger Senegalese kommt jeden Tag in ihren Laden, vor und nach seinem 1,05-Euro-Job im Seniorenheim, nur um einen Tee zu trinken.

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Für den neun Monate alten Amir besorgt sie Babywanne und Kinderwagen, einem Familienvater hilft sie dabei, mit seiner Familie zusammenzuziehen.

Ein Syrer, der nach seinem 18. Geburtstag in eine Obdachlosenunterkunft sollte, wohnt heute als Mieter bei Christiane Lettow-Berger im Haus. Wenn sie ihn morgens zur Berufsschule fährt, nimmt sie auf dem Weg drei syrische Mädchen in die Schule mit.

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In ihrem Buchladen hilft sie Flüchtlingen Anträge auszufüllen.

Neben Bruchstücken Arabisch, Farsi, Paschtu, Dari und Tigrinya hat die Literaturwissenschaftlerin durch ihr Engagement eine weitere Fremdsprache gelernt: Amtsdeutsch. "She is our boss", sagt einer der Flüchtlinge und legt seinen Arm um sie.

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Fernab der Großstädte sind Flüchtlinge besonders auf Ehrenamtliche angewiesen.

Christiane Lettow-Berger geht zu Vernetzungstreffen von VOR ORT, einem von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt des Bayerischen Flüchtlingsrates. Die Initiative schult und vernetzt die Helfer vor Ort und ermutigt zum ehrenamtlichen Engagement.

Lettow-Berger wird den Buchladen bald übergeben. Dann will sie sich als Stadträtin weiter auf politischer Ebene einsetzen. Damit Flüchtlinge auch in Zukunft unter menschenwürdigen Bedingungen leben und eine Chance darauf haben, Teil der Gesellschaft zu werden.

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Im krisengeschüttelten Griechenland bringt die 29-jährige Vivian Doumpa Anwohner und Schüler zusammen - und auf neue Ideen.

Als Stadtplanerin verfolgt sie einen besonderen Ansatz: "Placemaking". Bei dieser Art der Stadtplanung geht es darum, Anwohner und ihre Erfahrung von Anfang an bei der Neugestaltung ihrer Umgebung mit einzubeziehen - und die Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Institutionen zu stärken.

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Mit ihrem Projekt Tópio will sie eine Schule in Thessaloniki nach außen öffnen und als Plattform für öffentlichen Diskurs etablieren.

Schüler haben zuerst ihr Schulgebäude verschönert und danach die Anwohner mit ins Boot geholt. In einem "place game" erforschten sie gemeinsam ihr Viertel und entwickelten Ideen zur Verschönerung eines vernachlässigten Parks.

Das Placemaking hat Potenzial, findet Vivian: "Einige Schüler sind eifrig dabei und entwickeln inzwischen selbst Ideen, auch ein paar Anwohner scheinen sehr interessiert."

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Bei ihrer Arbeit als Kulturmanagerin hat sich Vivian selbst auch von anderen inspirieren lassen. In Bremen hat sie als Stipendiatin von "START" in einem Kulturzentrum hospitiert.

Mit dem Programm "START – Create Cultural Change" unterstützt die Robert Bosch Stiftung Kulturmanager aus Griechenland, die durch innovative Kulturprojekte gesellschaftliche Teilhabe fördern.

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Die Empfehlungen der Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik.

Eine Schule kämpft dafür, den Schülern gerechte Chancen zu bieten.

Und: Wie viel Zusammenhalt eine Gesellschaft tatsächlich braucht, hinterfragt der Soziologe Armin Nassehi

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